Zur Blogparade „Komfortzone verlassen? Oder lieber doch nicht?!“ lädt Christine Winter ein. Ein guter Anlaß, um einen Blick auf die vielseitige Komfortzone der Kreativen zu blicken, denn es gibt allerlei lockende Grenzen, über die wir gerne leichtfüßig springen würden.
Zuhause ist es am schönsten
Gemütlich bleiben im stillen Kämmerlein, denn das brauche ich nicht zu verlassen, weil ich nicht muss. Ich male doch eher für mich und es macht mir Spaß und das reicht mir auch. Aber es wäre schon schön, wenn andere Leute meine Bilder sehen könnten und sie ihnen auch gefallen würden. Und wenn die Bilder nicht gefallen? Wann ist der richtige Zeitpunkt, um raus zu gehen und will ich das überhaupt? Wer endlich seine BIlder ausstellen möchte, kann sich konkret mit der Planung befassen. Eine kleine Ausstellung ist ein großer Schritt aus der Komfortzone. Umso wichtiger ist es, einen Ort zu finden, wo die eigenen Bilder auch bleiben möchten. Wenn mir dieser Ort zusagt und mir meine eigene Ausstellung gefällt, dann ist das Urteil anderer über die Bilder nicht mehr ganz so wichtig.
Große Bilder malen
Groß malen ist ein weiterer Schritt aus der gemütlichen Malecke heraus. Mit der Größe kommt automatisch eine stärkere Sichtbarkeit ins Spiel, auch für mich selber. Denn bei großen Bildern habe ich eine Leinwand vor Augen, die mich ganz einnimmt, das Malen wird zu körperlicher Arbeit und ist nicht mehr so kontrollierbar wie auf einem übersichtlichen Blatt oder Keilrahmen. Es werden auch größere Pinsel, Spachtel und Farbmengen genutzt. Beim Malen muss ich Abstand nehmen, um zu sehen, was ich gestaltet habe. Um das alles zu erleben, lohnt sich die große Leinwand. Am besten nimmt man gleich 2 oder 3 Stück, dann ist auch die Angst vor diesem großen Weißen und der Gedanke „es soll was werden“, reduzierter.
Etwas ganz anderes machen
Schon immer mal abstrakt malen wollen, Comics zeichnen, Menschen malen usw. – aber ich kann das doch nicht. Raus aus der Komfortzone ist ein Wegbewegen von dem Üblichen, was wir oft malen oder zeichnen und uns vertraut ist. Weg von den Farben, die für uns funktionieren. Da begebe ich mich auf dünnes Eis und es wird bestimmt nichts. Macht es mir Spaß, reizt es mich, da weiter zu machen oder ergibt sich etwas ganz anderes? Es lohnt sich, zu forschen und die eigenen Grenzen zu erweitern. Dabei lerne ich neue kreatiive Seiten an mir kennen und sehe Resultate, die mir zunächst fremd sein können, oder aber es wird gar nichts und es macht mir auch keinen Spaß. An neue Themen kann man sich auf diese Weise auch heran tasten.
Auch in ganz andere Kreativbereiche kann man sich vorwagen und neue Komfortzonenrandgebiete erforschen. Neugierig bleiben, Spaß haben und sich bei all dem wohlfühlen!
Es gibt allerlei lockende Grenzen, über die wir gerne leichtfüßig springen würden. Share on X
Danke, dass du den Blick mit deinem Beitrag zur Stille-Stärken-Blogparade auf die Kreativität lenkst. Darüber freue ich mich besonders, weil gerade Stille Menschen ihre kreativen Talente oft übersehen oder kleinreden.
Ich nehme mich da nicht aus – in meiner Abstellkammer stehen seit Jahren zwei große Keilrahmen. Unbemalt, versteht sich. ;-)
Liebe Christine,
dankeschön, da kann ich Dir nur zustimmen. Vielleicht hast Du Lust, die Keilrahmen aus der Abstellkamme mal ans Tageslicht zu rücken ;)
Viele Grüße
Eva
Liebe Eva,
das mit der Komfortzone ist echt so ein Ding – ich fürchte, wenn wir Kreative wirklich weiterkommen wollen, müssen wir uns wohl oder übel daran gewöhnen, ein kleines Schrittchen aus der Komfortzone rauszutrippeln. ;-)
Aber dann kommen eben stets eine Menge an Widerständen auf den Tisch, die man sich gar nicht gerne anschauen möchte. Ich kenne das nur zu gut. Mein eigener Schwellentroll hat sich gerade auf das Thema ‚Überarbeitung‘ gestürzt und versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass mein Roman fertig wird…
Es wird wohl wieder einmal Zeit, ihm einen Tritt in den Hintern zu verpassen… danke für den Impuls! :-)
Alles Liebe,
Marie
Liebe Marie
danke für Deinen Kommentar, das hast Du passend formuliert. Der Schwellentroll klingt auch nach einem Sinnbild, sich ein bisschen auf der Schwelle herum zu trollen und ein bisschen zu schnuppern wie es da so aussieht. Hilft Treten? ganz sanft vielleicht ;)
Viele Grüße
Eva
DA habe ich wohl im letzten Jahr etliche Male die Komfortzone verlassen! Ausstellung gemacht – großformatig gezeichnet + gemalt – viel mehr Zeichnerei, auch viel Menschen gezeichnet, angefangen mit Markern zu malen …. – wobei das großformatige und das „etwas anderes machen“ ich jetzt nicht als verlassen der Komfortzone gesehen hätte – es war einfach an der Zeit. Ich hatte irgendwie eine Blockade , rückblickend sehe ich es so : wenn man irgendwie den bisherigen Weg nicht weitergehen kann, dann muss man neue Wege gehen.
Hallo Herfriede
für jeden ist die Komfortzone wohl eine andere: manche scheuen das große Format, andere das kleine Format. Zum Glück sind wir alle unterschiedlich in unseren Wünschen und Begrenzungen. Wenn wir zufrieden sind mit dem was wir machen, ist das ja auch in Ordnung.
Neue Wege zu gehen ist auch eine Herausforderung, denn das Terrain ist noch unbekannt.
Schön, dass Du so viel Neues probiert hast!
Liebe Grüße
Eva