5Wer gerne malt, hat im Laufe der Zeit eine kleine Sammlung von Bildern, die zu schade sind, um in einer Mappe unter dem Bett oder hinter dem Regal ihr Dasein zu fristen. Zeit also die Werke außerhalb der eigenen vier Wände zu präsentieren. Eine Ausstellung, das wäre es! Alleine der Gedanke ist aufregend und mit Herzklopfen verbunden.

Erste Schritte zur Ausstellung

Du wirst vermutlich nicht mit einer großen Ausstellung in einer renommierten Galerie beginnen, aber es gibt unendlich viele andere Alternativen. Besuche kleine Ausstellungen und Vernissagen und halte die Augen auf nach Cafes und Geschäften, in denen Bilder präsentiert werden. So kannst Du vor Ort gucken, ob es Dir gefällt und wie die Bedingungen sind. Sondiere also erstmal die Lage, bevor Du nach einer Ausstellung fragst.

Das Fragen selbst kann bereits die erste Hürde sein, wenn man sich und seine Bilder ins Spiel bringen möchte. Du kannst Dich auch mit anderen Gleichgesinnten für eine Ausstellung zusammentun, es fragt sich oft leichter für eine Gruppe oder ein Team  als „nur“ für sich alleine. Mit mehreren Leuten zusammen lassen sich auch anfallenden Aufgaben verteilen und man kann sich gegenseitig unterstützen. Denkt daran, dass ihr keine Bittsteller seid, sondern ein kostenloses Angebot habt, zu dem der Inhaber nur „Ja“ sagen muss.

Wo Du ausstellen kannst

Es gibt viele Cafes, Restaurants, Läden, Stadtteilzentren, Rathäuser usw. die gerne wechselnde Ausstellungen zeigen. Am besten erstmal klein anfangen und mit Einrichtungen, die bereits Bilder zeigen. Suche Dir etwas, wo Du Dich selber wohl fühlen würdest, wenn dort Deine Bilder öffentlich hängen. Welche Formate passen, wie ist das Licht, wie sind die Wände, wie ist das Publikum? Wieviele Bilder passen dort rein, kannst Du das bedienen? Guck auch auf die Webseite von der Einrichtung, manchmal werden dort die Ausstellungen präsentiert.

Kleine Läden oder Cafes habe den Vorteil, dass Du direkt mit dem Inhaber in Kontakt treten kannst und es keinen Entscheidungsprozess oder eine Jahresplanung gibt. Einige Einrichtungen sind bereits über Jahre ausgebucht. Überlege Dir auch, ob für Dich zum Start Deiner ersten Ausstellung eine Vernissage wichtig ist und entscheide, ob Du Geld investieren möchtest, denn einige Anbieter nehmen eine Ausstellungspauschale. Andere nehmen eine Verkaufsprovision, es ist gut wenn Du Dir vorher überlegst, was Du willst oder nicht willst.

Wenn Dir das „Vorsprechen“ sehr schwer fallen sollte, dann frage erstmal in einem Laden an, der Dir nicht so wichtig ist, so gehst Du es gelassener an.

Bilder sind zu schade, um in einer Mappe unterm Bett ihr Dasein zu fristen. Klick um zu Tweeten

Die ersten Schritte

Stelle Dir eine kleine Mappe zusammen, das muss keine top Bewerbungsmappe sein, sollte aber einen kurzen Einblick geben, auch Dein Name sollte dort auftauchen. Du kannst damit direkt zu dem Geschäft oder Cafe gehen und fragst dort an, aber besten wenn grad nicht so viel los ist. Bekunde Dein Interesse dort auszustellen und frage nach den Bedingungen und wieweit sie ausgebucht sind. Wenn gleich eine Abfuhr kommt, dann soll es eben nicht sein, das hat dann aber nichts mit Dir zu tun. Ich selber habe das noch nie erlebt, auf konkrete Fragen habe ich immer klare Antworten bekommen.Bildschirmfoto 1.165

Wenn die Konditionen nicht stimmen, kannst Du auch selber entscheiden, dass Du es nicht möchtest. Wenn die Bedingungen für Dich in Ordnung sind, kannst Du den Inhaber gleich in Deiner Mappe blättern lassen. Ich würde empfehlen, die Mappe nicht dazulassen. Wenn der Laden gerade leer ist, dann sollte eine Minute zum Blättern übrig sein. Keine Sorge, es ist keine Aufnahmeprüfung. Habe aber nicht die Erwartung, Lob und Begeisterung für Deine Bilder zu hören. Die Inhaber wollen vor allem sehen, ob der Stil und die Formate in ihren Laden passen.

Wenn Dich der Inhaber abweist, dann fragst Du eben in einem anderen Laden. Und wenn er Dich nicht abweist, dann fragst Du weiter zu welchem Termin eine Ausstellung möglich wäre.  Wenn der Inhaber noch unentschlossen ist, lass Dir seine Visitenkarte geben und kündige an, dass Du nochmal nachfragst. Wenn Du selber eine Karte hast, kannst Du die natürlich auch dalassen. Es kann übrigens gut sein, dass Du mit einer Ausstellung in der Tasche nach Hause gehen wirst!

Dann geht es los! Worauf Du nun achten soltest, darüber schreibe ich nächste Woche.