Irgendetwas ist komisch heute Vormittag. Normalerweise gehe ich dienstags morgens zum Yoga, aber ich habe einen dicken Hals und der Schneeregen draußen wird mir nicht gut tun. Also mache ich schon beim Frühstück eine Tagesumplanung und es kommt mir seltsam vor.

Meine Morgenroutine

Dann merke ich, dass ich meine Morgenroutine total vergessen habe und schon mit einem Bein im Tag stehe, obwohl das andere noch orientierungslos ist. Denn seit dem 1.3.2012 schreibe ich jeden Morgen 3 Seiten (die Morgenseiten nach Julia Cameron, das ist auch mein Buchtipp gegen den kleinen Zweifel), sobald ich meine Müslischale leer gefuttert habe. Heute habe ich es völlig vergessen und spüre, dass mir etwas fehlt.

In Ausnahmefällen schreibe ich die 3 Seiten auch unterwegs, wenn ich beispielsweise schon um 6 Uhr im Zug sitze oder wie am besagten 1. März vor gut 5 Jahren. Damals wartete ich am Hamburger Flughafen und vor mir lagen 31 Tage Kreativauszeit in Valencia. Das Schreiben der Morgenseiten hatte ich schon mehrmals begonnen, als guten Vorsatz, aber es nicht so recht durchgezogen. Ds gehört wohl zu den guten Vorsätzen dazu. Dann war es eine spontane Entscheidung und steht bis heute für mich auch gar nicht mehr zur Debatte.

Wenn ich mich zu meinen Vorsätzen zwingen muss, dann haben sie für mich keinen Zweck. Sondern es sind oft die spontanen Entscheidungen, bei denen ich dann bleibe. Keinen Alkohol mehr zu trinken beschloss ich ebenfalls von einem auf den anderen Tag, ohne Not, sondern einfach so. Solche freiwilligen Vorsätzen bringen Veränderungen und einen Perspektivwechsel ins Leben, nicht nur nach einer gut gemachten Schwarzwälder-Kirsch-Torte.

Freiwillige gute Vorsätze

Keine Schokolade mehr zu essen, das muss ich hoffentlich nie beschliessen. Denn es würde mir ebenso schwer fallen wie Simone Tontsch, die zur Blogparade Projekt Gute Vorsätze einlädt. Ich bin sehr dankbar, dass ich solche Vorsätze nicht haben muss, sondern entscheiden darf, was ich verändern möchte. Natürlich habe ich ganz viele Dinge auf dem Zettel, die ich mir vornehme besser zu machen, regelmäßiger zu tun oder überhaupt mal anzugehen. Es sind solche „könnte“-Vorsätze wie:

  • Rechnungen und Belege regelmäßg eingeben,
  • Ordnung hier und da schaffen,
  • mehr Sport, mehr Bewegung an der frischen Luft,
  • regelmäßig Yoga machen,
  • mich von Projekten trennen,
  • mich von Dingen trennen.

Da sind schon ein paar Punkte dabei, die ich immer mal wieder ins Auge fasse. Und ich glaube, es kommt dann einfach irgendwann der richtige Zeitpunkt für mich. Und wenn nicht, dann ist das Thema in meinem Leben nicht so relevant.

Das neue Skizzenbuch ist ein guter Vorsatz

Ein besonderer Bereich als Kreative sind neue Skizzenbücher und neues Material. Da ist meine Aufregung immer wieder groß und es ist einfach ein schönes Gefühl ein neues Buch zu beginnen. Als Kind war es das neue Schulheft, das ich feierlich mit gutem Vorsatz begann. Aber ich war ein echter Schmierfink und bereits nach wenigen Seiten war das Vorhaben, ein Heft ordentlich zu führen und leserlich zu schreiben, dahin.

Skizzenhefte und Zeichenblöcke beginne ich noch immer ähnlich feierlich, aber ich weiß und erlaube mir, es chaotich zu nutzen. Denn es ist nur ein Skizzenheft und wird von mir so genutzt wie ich es brauche.

So ist das für mich auch mit den Vorsätzen. Sie dürfen mir zu lieb gewonnenen Gewohnheiten werden, die mir gut tun, wie meine Morgenroutine, das Dienstags-Yoga, der Nachmittags-Kuchen und vieles mehr.

Regelmäßig Zeichnen wollen

Um gut zu zeichnen muss man es regemäßig machen. Das „Muss“ dabei ist schon das Problem. Der Spaß dabei scheint mir wichtiger und eine Voraussetzung. Auch wenn der Spaß abhanden gekommen ist, dann gibt es ein paar Tricks, ihn sich wieder zu holen. Den Flow beim Zeichnen erleben erleichtert das regelmäßige Zeichnen. Wer es spielerisch angehen möchte, nutzt die Sommermalzeit Ideenkarten von artilda. Eine Karte ziehen und ausprobieren.