Porzellan habe ich die letzten Jahrzehnte lediglich als notwendige Unterlage für Leckereien verstanden. Vor kurzem habe ich es ausprobiert, und das macht richtig Spaß: Porzellan bemalen. Und es ist gar nicht schwer.

Für das Bemalen der Rohlinge muss man sich glücklicherweise keine neue Ausstattung zulegen. Wer also gerne Neues ausprobiert und nach Themen wie Siebdruck, Holzschnitt, Perlen, Stricken und was es sonst so gibt, bereits Materialsammlungen zuhause hat, kann gelassen ein Porzellan-Cafe besuchen.

Ein gemütlicher Ort, wie ein Bällebad für große Mädchen. Auf den Tischen stehen keine Torten, sondern Material, das bemalt werden will.

Der Porzellanladen

Es gibt eine große Auswahl an unbehandelten Tellern, Tassen, Bechern, Schalen, Krügen, Figuren, Hundenapf …. Aus den gut bestückten Regalen ein erstes Stück herauszusuchen, ist gar nicht so leicht. Zu schön ist die Auswahl.
Das Porzellanfräulen Wibke erklärt uns das Prinzip:

  • Händewaschen – das Material reagiert bei Fett und nimmt dann keine Farbe mehr auf
  • Aussuchen des Porzellans
  • Farbe aussuchen, die nach dem Brennen deutlich dunkler wird. Porzellanschildchen pro Farbe zeigen den fertigen Farbton.
  • Sich von Motiven oder Mitgebrachtem inspirieren lassen.
  • Bemalen oder Schablonen nutzen, oder Abkleben oder Farbe mit einem Stift abziehen oder …
  • Bezahlen und warten.

Und schon geht es los.

Kurzweil und Überraschungen

Von den genutzten Farben notiere ich mir die Nummern, sonst wird es schwer die gleiche Farbe nachzufüllen, denn das Angebot ist groß. Es lassen sich auch verschiedene Farben übereinander malen, der hellste Ton sollte dabei als erstes gemalt werden

Die angebotenen Formen sind zeitlos und es ist für jeden was dabei. Bei der Auswahl an Geschirr muss ich mich etwas zügeln, denn so eine Tasse ist schnell bemalt. Ich möchte erstmal sehen, wie die Sachen fertig gebrannt aussehen, denn die Farben verändern sich nach dem Brennen. Und ich habe keine Ahnung wie es dann insgesamt wirklich wirken und wie sich der Auftrag der Farbe entwickeln wird. Ich muss unbedingt eine der Anregungen aus den Ideenkarten der Sommermalzeit umsetzen und freue mich, dass sie sich die tatsächlich sehr gut für eine Zeichnung auf Porzellan eignet. Das Zeichnen funktioniert mit einem Holzstäbchen, indem man die aufgetragene Farbe wieder abkratzt.

Nur das benutzte Material zu zahlen ist wirklich klasse. Das rechtfertigt auch Preise, die man natürlich nicht mit denen von Massenware von der Stange vergleichen kann. Porzellanbemalen beschert eine kurzweilige Zeit, Austausch mit anderen frisch infizierten Neumalern und alten Hasen, die ihr eigenes Service nach und nach erstellen. Und obendrein gibt es wirkliche Unikate.

Nach der einwöchigen Wartezeit kann ich meine fertig glasierten und gebrannten Teile abholen und freue mich über meine beiden olivenförmigen Becher.

So lernte ich das Porzellanbemalen im Hamburger Porzellanfräulen kennen. Der Laden ist schön gestaltet und ich komme gerne wieder.

In der Lübecker Altstadt traf ich auf Teller und Tasse und in vielen anderen Städten gibt es bestimmt auch ähnliche Porzellan Cafes.

Eine nette Atmosphäre, alle werkeln vor sich hin und plaudern. Am besten vorher anrufen und einen Tisch reservieren.
Und Kaffee gibt es auch!