ausmalbuch-erwachseneSie kamen sehr zaghaft und verdrängen in den Buchhandlungen mittlerweile textlastige Bücher von den Tischen: Ausmalbücher für Erwachsene. Ein Trend, zu dem sich die Meinungen scheiden.

Was es so alles gibt zum Ausmalen

Anfangs war ich verwundert bis kopfschüttelnd wie man seine Zeit damit verbringt, winzige Felder farbig auszumalen. Ich muss gestehen: vor Jahrzehnten war ich ein großer Fan von Malbüchern, die Resultate waren nicht immer schön, aber es hat mir viel Spaß gemacht.

In letzter Zeit sind neben den üblichen Ausmalbüchern für Erwachsene und Ausmalpackungen noch Postkarten, Washi-Tapes, Tassen, Kalender, Puzzles und vieles mehr hinzu gekommen und die Themen und Motive werden vielfältiger. Ich habe großen Respekt davor, dass sich daraus ein Umsatz starker Markt entwickelt. Offensichtlich hatte jemand einen guten Riecher für eine sehr spezielle Marktlücke. Neben den Büchern und Karten freuen sich die Hersteller von Stiften und anderen Utensilien über dieses neue Marktsegment.

Bei all diesen Produkten ist mir persönlich noch immer zu viel Schwarz auf dem Papier und die vorgedruckten Linien sind mir zu breit, aber sie vermeiden natürlich das Übermalen. Als Kind hat konnte ich das rücksichtslose Übermalen besonders gut!

Warum die Ausmalbücher so gut laufen

Ich muss gestehen, dass ich das Ausmalen zunächst etwas belächelte. Martina Wald setzte in einer Diskussion einen anderen Akzent auf das Thema. Wie sie berichtete gibt es mittlerweile sogar Videos, die uns zeigen wie man ausmalt wie ein Profi, also wie man es „richtig“ macht. Also wird wieder tüchtig Druck aufgebaut und das Gegenteil erreicht, was das Ausmalen ausmacht: Stress rausnehmen, Entspannung und Kurzweil vermitteln ohne großes Nachdenken. Diesen Spaß lassen sich die meisten Leute wohl nicht nehmen. So lese ich in sozialen Medien überwiegend von einem entspannten Spaß für die Freizeit.

Der Selbstversuch

An einem Tag mit Trübsal – ich weiß gar nicht mehr warum – war es soweit. Ansich suchte ich nur nach einem Stift für den Lettering-Kurs vom Farbcafe*) und stöberte dann ein bisschen in den Ausmalbüchern. Die Seelenruhe sprach mich offensichtlich so an, dass sie in meinem Körbchen landete. Im Kauf zusammen mit einem schwarzen Edding machte ich vermutlich einen besonders trübseligen Eindruck.

Zuhause malte ich das Buch jedoch nicht schwarz aus, sondern aktivierte allerlei Buntstifte und los gings. Zu Anfang war es ganz schön: einfach Farben aussuchen und anmalen. Es dauerte allerdings lange bis es etwas zu sehen gab und Geduld war weder meins noch das Thema des Buches. Die Resultate waren sehr dürftig, daher probierte ich auch Aquarellfarben, was am Ende auch nicht interessanter wurde, sondern einfach nur bunt. Letztlich blieben viele Seiten leer und meine Schultern sehr verspannt. Unterm Strich also nichts für mich, aber ich bin erstaunt was manch Geduldige aus diesen Büchern zaubert.

Jetzt bin ich gespannt, wie der Trend weiter geht. Kommt als Nächstes Malen nach Zahlen oder Linien nach Zahlen Zeichnen?