Juhu, Du hast eine Möglichkeit gefunden, um Deine Bilder auszustellen!

Nach der ersten großen Freude über die Ausstellungszusage kommt jetzt der praktische Teil auf Dich zu. Woran musst Du denken bei der Ausstellungsvorbereitung?

Wenn der Ausstellungstermin erst in 2 Jahren ist, musst Du natürlich nicht sofort loslegen. Hier reicht es den Termin zu notieren und einige Wochen vorher nochmal mit dem Ladenbesitzer oder der Cafebesitzerin oder der Buchhändlerin etc. (ich bleibe im weiteren Text beim Begriff „Laden“) in Kontakt zu treten.

Ausstellungsräume begutachten

Mache Dir rechtzeitig nochmal einen aktuellen Eindruck von den Ausstellungsräumen vor Ort. Der Laden kann durchaus inzwischen renoviert, die Wände anders gestrichen oder das Mobiliar umgestellt sein. Mache Dir auch eine kleine Skizze von dem Laden und Fotos zur Erinnerung. Notiere Dir in der Skizze auch Dinge, die fest an der Wand installiert sind und mit denen die Bilder ins Gehege kommen könnten, wie Heizung, Feuerlöscher, Rohre etc. Es lohnt sich auch, die Wände auszumessen, um besser planen zu können.

Für Dich selber soltest Du vorher entscheiden: Welche Bilder möchtest Du wo aufhängen? Ich empfehle, nicht zu viele Bilder zu nehmen, die Wände wirken sonst leicht zugebaut. Es kann natürlich auch ein Ausstellungskonzept sein, Bilder dicht zu hängen.

Ich empfehle auch „Mitnahmemöglichkeit“ zu vermeiden. Also keine Bilder im Eingangsbereich oder sehr kleine Bilder auszustellen.

Ausstellungsvorbereitung in Absprache mit den Inhabern

Vereinbare rechtzeitig die Termine zum Aufhängen der Bilder mit dem Ladeninhaber. Bei dem Aufhängen der Bilder haben die Läden meist ihre Wunschzeiten: wenn noch nicht viel los ist oder vor bzw. nach der regulären Öffnungszeit. Denke auch an den Termin zum Abhängen der Bilder!

Bespreche mit dem Inhaber den Ablauf, damit es nicht zu Überraschungen kommt. Eine Cafebesitzerin, bei der ich vor einigen Jahren ausstellte, nutze den jeweiligen Bilderwechsel um groß Reine zu machen und alle Möbel abzurücken. Auch ohne Großputz sollte für das Aufhängen der Bilder ausreichend Zeit eingeplant werden.

Kläre, ob Interessenten ein Bild über den Ladeninhaber kaufen und gleich mitnehmen können oder ob der Verkauf nur über Dich abläuft. Spreche auch über die Versicherung der Bilder. Aber lass Dich nicht stressen, wenn die Bilder nicht versichert sind.

Mit dem Inhaber im Vorwege weitere offene Punkte abstimmen, auch ganz praktische:

  • Welche Aufhängungsmöglichkeiten sind vorhanden?
  • Gibt es eine Galerieleiste?
  • Darfst Du Nägel in die Wände schlagen oder etwas ankleben?
  • Brauchst Du eine Leiter, ist die vorhanden?
  • Wieviele Bilder kannst Du aufhängen?

Option: Ausstellungseröffnung

Wenn Du eine Vernissage machst, ist die Bandbreite an Vorbereitungen recht groß. Darauf gehe ich hier nicht im Detail ein, denn die Organisation ist stark von der Location abhängig.

Generell solltest Du mit dem Inhaber vorab besprechen, ob Du Getränke mitbringst, ob er die zur Verfügung stellt oder – zB in Cafes – ob die vor Ort gekauft werden müssen. Also: wer zahlt was.

Erzähle der Welt von Deiner Ausstellung

Bereite eine Karte für Deine Ausstellung vor. Du kannst Dir auch einen Ausstellungstitel oder ein Thema überlegen, der zu den Bildern passt, die Du zeigen möchtest.
Wenn Du eine Vernissage machst, sollte auf der Karte die Uhrzeit stehen. Öffnungszeiten und Adresse des Ladens nicht vergessen.

Frage, ob Du im Schaufenster des Ladens schon voher einen Aushang machen oder dort die Karten auslegen darfst. Und lade die Leute ein, die Du dort gerne sehen möchtest. Die Karte im Dateiformat eventuell auf der Seite des Ladens zeigen lassen. Und natürlich auch auf Deiner Webseite, wenn Du eine hast und in sozialen Medien posten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Ausstellungen im Internet zu publizieren. Bei art goes public kannst Du Ausstellungen einstellen und für die Hamburger Region gibt es mit Kulturlotse eine Plattform um auf kostenlose kulturelle Veranstaltungen aufmerksam zu machen.

Eine Preisliste ist auch für Dich zur Dokumentation Deiner Ausstellung hilfreich. Klick um zu Tweeten

Bilderschilder und Preisliste zur Ausstellung

Nimm Dir Zeit, die Preise für Deine Bilder festzulegen. Erstelle eine Preisliste und daraus dann die Bilderschilder (z.B. Titel, Material, Preis, Entstehungsjahr, Dein Name). Die Schilder auf etwas festerem Papier ausdrucken und mit Platz zum Rand schneiden, so dass Du die Schilder noch an die Bilder kleben kannst. Mit einem Klebestreifen hinter dem Bild und hinter dem Schild lässt es sich einfach befestigen.

Sofern Du keine Schilder oder keine Preise auf den Schildern zeigen möchtest, dann hilft den Interessenten die Preisliste. Dafür sollten die Bilder jeweils mit einer Nummer gekennzeichnet sein, die auch auf der Liste auftaucht. Viele Inhaber haben gar keinen Platz, um einen Stapel Preislisten auszulegen. Dann reicht ein Exemplar, das sie bei Bedarf aus der Schublade ziehen. Manche Inhaber versichern die Bilder auch und brauchen die Preisliste daher vorab von Dir.

Übrigens: Auch für Dich ist diese Liste zur Dokumentation Deiner Ausstellung hilfreich. Du weißt so auch später noch, wann und wo Du welche Bilder ausgestellt hast und zu welchem Preis. Das ist eine gute Basis für die nächste Ausstellung!

Optional: Deine Vita

Es bietet sich an, eine Vita von sich zu erstellen. Darin kannst Du auch Deine Kontaktdaten und unbedingt ein Foto von Dir platzieren. Es können dort Fakten über Dich stehen, aber auch Dein Motto oder was Dir wichtig ist. Ein bisschen mehr Mensch zu den Bildern schadet nicht!

Sofern es zu dem Laden passt, hängst Du diese Vita beispielsweise in einem A5 Rahmen auf. Ansonsten enfach auf der Rückseite der Preisliste ausdrucken.

Denke auch daran, Visitenkarten oder Flyer von Dir auszulegen.

Der Tag des Bilderaufhängens rückt näher

Bereite die Bilder so vor, dass Du sie entsprechend der Situation vor Ort aufhängen kannst. Also nicht im Laden damit beginnen, Bilder einzurahmen. Außerdem:

  • Bildschirmfoto 1.173Bilder signieren, zumindest auf der Rückseite.
  • Eine Aufhängungsvorrichtung an den Bildern befestigen, die in den Laden und an die Wände passt.

Lieber 1-2 Bilder mehr vorbereiten als nötig.

Gegebenenfalls einen Transport der Bilder organisieren. Es ist aber auch ein Erlebnis mit den Bildern per ÖPNV oder während eines ÖPNV-Streiks unterwegs zu sein!

Mitnehmen: Werkzeug, Schnur, Schere, Tesa, Pflaster.

Hänge keine Bilder auf, die Du nicht wirklich zeigen möchtest, nur damit irgendein Bild an der Wand hängt. Klick um zu Tweeten

Deine Bilder hängen an den Wänden

Vor Ort am besten alle Bilder auspacken und an die Plätze stellen wo sie hängen sollen, mit den Bildern starten, bei denen Du Dir sicher bist, dass der Platz passt. Es ist ein gutes Gefühl wenn schon mal ein Bild hängt und Deine Auswahl kleiner wird.

Hänge keine Bilder auf, die Du nicht wirklich zeigen möchtest, nur damit irgendein Bild an der Wand hängt. Eine weiße Wand ist besser als ein halbherziges Bild.

Und wenn alle Bilder hängen, dann erst die Bilderschilder anbringen, die Bilder gerade und eventuell das Licht ausrichten. Mache Fotos zwecks Dokumentation und für Deine Social Media Kanäle.

Du hast es geschafft: Geniesse diesen Moment!

 

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Wer schreibt hier?
Ich bin Eva Peters, freie Künstlerin, Kreative und Autorin des Kartensets Sommermalzeit. Und ich möchte Dich gerne in Deiner Kreativität und in Deinen Gestaltungsmöglichkeiten ermuntern.