Letzte Woche habe ich Dich in Deinem Wunsch bestätigt endlich Deine Bilder auszustellen.

Nach der ersten großen Freude über eine Ausstellungs-Zusage kommt der praktische Teil mit ein paar todos auf Dich zu. Woran musst Du denken bei der Ausstellungsvorbereitung?

Absprachen mit dem Ladenbesitzer

Wenn der Ausstellungstermin erst in 2 Jahren ist, musst Du natürlich noch nicht sofort loslegen. Hier reicht es den Termin zu notieren und einige Wochen vorher nochmal mit dem Ladenbesitzer oder Cafebesitzerin oder Buchhändlerin etc. (ich bleibe im weiteren Text beim Begriff „Laden“) in Kontakt zu treten.

Generell solltest Du rechtzeitig mit dem Ladeninhaber Termine zum Aufhängen der Bilder und zum Abhängen der Bilder – das geht fix – absprechen. Bei dem Aufhängen der Bilder haben die Läden meist ihre festen Zeiten: wenn noch nicht viel los ist oder vor bzw nach der regulären Öffnungszeit. Am besten mit dem Besitzer den Ablauf besprechen, damit es nicht zu Überraschungen kommt. Eine Cafebesitzerin, bei der ich vor Jahren ausstellte,  nutze den jeweiligen Bilderwechsel um groß Reine zu machen und alle Möbel abzurücken. Auch ohne Großputz sollte für das Aufhängen der Bilder viel Zeit eingeplant werden.

Räume begutachten

Mit dem Inhaber im Vorwege weitere offene Punkte klären, am besten vor Ort, dann kann man sich auch einen aktuellen Eindruck der Räume machen. Der Laden kann durchaus inzwischen renoviert sein, die Wände anders gestrichen oder das Mobiliar umgestellt sein. Mach Dir auch eine kleine Skizze von dem Laden und Fotos zur Erinnerung. Bei einigen Wänden auch nachmessen wie breit der Platz ist. Auch Dinge an der Wand, mit denen die Bilder ins Gehege kommen könnten, wie Heizung, Feuerlöscher, Rohre etc. notieren, damit es an solchen Stellen nicht eng wird.

Welche Bilder möchtest Du wo aufhängen? Welche Aufhängungsmöglichkeiten sind vorhanden? Darfst Du Nägel in die Wände schlagen? Brauchst Du eine Leiter, ist die vorhanden? Wieviele Bilder kannst Du aufhängen? Am Tag des Bilderaufhängens lieber 1-2 Bilder mehr mitnehmen. Möglichst keine Mitnahmemöglichkeit bieten, also auf Bilder im Eingangsbereich und auf kleine Bilder verzichten.

Manchmal bietet es sich an eine Vita von sich aufzuhängen, das sollte aber zu dem Laden passen. Darin kannst Du auch Deine Kontaktdaten und unbedingt ein Foto von Dir platzieren. Diese Vita kannst Du in einem A5 Rahmen aufhängen.

Gegebenenfalls einen Transport der Bilder organisieren. Es ist aber auch ein Erlebnis mit den Bildern per ÖPNV oder beim ÖPNV-Streik unterwegs zu sein.

Wenn es eine Eröffnung gibt, ist die Bandbreite an Vorbereitungen recht groß, darauf gehe ich nicht im Detail ein, weil zu viele unterschiedliche Dinge zu bedenken gibt. Generell mit dem Inhaber besprechen, ob Du Getränke mitbringen sollst, ob er die stellt oder – zB in Cafes – ob die vor Ort gekauft werden müssen. Also: wer zahlt was.

Erzähl der Welt von Deiner Ausstellung

Eine Karte vorbereiten und wenn Du eine Eröffnung machst, sollte auf der Karte die Uhrzeit stehen. Öffnungszeiten und Adresse des Ladens nicht vergessen.

Im Schaufenster des Ladens vorab einen Aushang machen oder dort die Karten auslegen. Die Karte im Dateiformat per mail an Leute verschicken, die Du dort gerne sehen möchtest. Die Info eventuell auf der Seite des Ladens zeigen lassen und natürlich auch auf Deiner webseite wenn Du eine hast und in sozialen Medien posten.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Ausstellungen im Internet zu publizieren. Bei art goes public kannst Du Ausstellungen einstellen und für die Hamburger Region gibt es mit Kulturlotse eine Plattform um auf kostenlose kulturelle Veranstaltungen aufmerksam zu machen.

Der Tag des Bilderaufhängens rückt näher

Bilder signieren, zumindest auf der Rückseite. Bildschirmfoto 1.173

Eine Aufhängungsvorrichtung an den Bildern befestigen, die in den Laden und an die Wände passt.

Nimm Dir Zeit Preise für die Bilder festzulegen. Eine Preisliste machen (mit der ohne Rahmen), daraus dann die Bilderschilder (Titel, Dein Name, Preis). Diese auf etwas festerem Papier ausdrucken und mit Platz zum Rand schneiden, so dass Du die Schilder noch an die Bilder kleben kannst.

Die Preisliste selbst wirst Du vermutlich nicht im Laden auslegen, aber es ist für Dich als Dokumentation gut und manche Anbieter versichern die Bilder und brauchen die Preisliste vorab von Dir.

Mit dem Besitzer abstimmen, ob Interessenten ein Bild über ihn kaufen und gleich mitnehmen können oder ob der Verkauf nur über Dich abläuft. Über Versicherung sprechen, aber auch nicht stressen lassen, wenn die Bilder nicht versichert sind, insbesondere im Einzelhandel.

Mitnehmen: Werkzeug, Schnur, Schere, Tesa, Pflaster.

Deine Bilder hängen

Vor Ort am besten alle Bidler auspacken und an die Plätze stellen wo sie hängen sollen, mit den Bildern starten, wo Du Dir sicher bist, dass der Platz passt. Es ist ein gutes Gefühl wenn schon mal was hängt und Deine Auswahl kleiner wird.

Hänge keine Bilder auf, die Du nicht wirklich zeigen möchtest, nur damit irgendein Bild an der Wand hängt. Eine weiße Wand ist besser als ein halbherziges Bild.

Und wenn alle Bilder hängen, die Bilderschilder anbringen, eventuell das Licht ausrichten und Fotos machen zwecks Dokumentation und für Deine Social Media Kanäle.

Freuen!