Du würdest gerne wieder (mehr) zeichnen und malen. Aber der Alltag ist einfach zu voll und Dir fehlt Zeit für Deine Kunst?
Es gibt so viele Gründe kreativ zu sein. Aber viele von uns sind im Alltag stark eingespannt oder haben beruflich viel um die Ohren. Da ist dann kaum Zeit, um mal wieder mit Muße kreativ zu werden und sich dem Kunstmachen zu widmen.
Um das Problem zu meistern, muss man sich keinesfalls mit Zeitmanagement befassen. Es geht auch anders. Daher teile ich in diesem Artikel 5 erprobte Tipps, um auch in einem vollen Alltag Kreativzeit für sich unterzubringen.
5 Tipps für mehr Zeit für Kunst im Alltag
Ich höre es, seit ich 2015 den artilda-Blog startete: „Ach, hätte ich doch mehr Zeit, um wieder zu malen, zu zeichnen – um Kunst zu machen“. Das ist kein Einzelschicksal. Und natürlich kenne ich es auch von mir, keine Zeit zum Zeichnen zu haben. Denn ich bin nicht hauptberufliche Vollzeitkünstlerin – was ich im übrigen auch gar nicht möchte.
Doch was kann man tun, ohne den Alltag komplett umzukrempeln oder womöglich morgens eine Stunde früher aufzustehen?
Hier meine bewährten 5 Tricks:
1) Klein anfangen
Das Gute ist: Zeichnen, Malen und Skizzieren müssen keine abendfüllenden Aktivitäten sein. Wenn es im Alltag schwer ist, Zeit zum Kunstmachen zu finden, sollte man zunächst mit kleinen Einheiten starten. Es bringt nämlich nichts, sich ein umfassendes Malwochenende einzuplanen, was dann kaum zu realisieren ist. Das ist eher frustrierend und es bestätigt sich lediglich: ich habe keine Zeit für die Kunst.
Aber es geht auch anders.
Denn das Geniale ist, dass wir es schon in klitzekleinen Zeiteinheiten kreativ sein können. Das ist bei anderen Beschäftigungen nicht so leicht: Wenn man sich vornimmt, Schwimmen zu gehen, die Anrichte zu restaurieren oder die Küche zu streichen, dann ist der zeitliche Aufwand viel größer und es macht wenig Sinn, es mal für 5 Minuten zu machen.
Wenn man aber nur 5 Minuten hat, lässt sich mit Papier und Bleistift eine Menge machen – und zwar ohne Stress! Eine Skizze oder 5 Skizzen à eine Minute sind wunderbare kleine Zeichentrainings. Auch mit Aquarellfarben kann man schnelle Skizzen malen. Es sind Übungen, um besser zu werden, das Sehen zu schulen und die Kunst in den eigenen Alltag zu bringen. Obendrein kriegt man dadurch den Kopf frei und kommt wieder in Kontakt mit der eigenen Kreativität.
Und solche 5 Minuten lassen sich in im Alltag gut unterbringen.
2) Zeichenroutinen etablieren
In fast jedem Alltag ist es möglich, Zeichenroutinen zu integrieren. Der Trick ist, es in Anlehnung an Dinge zu machen, die wir eh tun. Die wir regelmäßig tun, vielleicht sogar jeden Tag. Dann verbinden wir automatisch das eine mit dem anderen.
So habe ich beispielsweise das Morgenseitenschreiben in meine Morgenroutine integriert: Sobald ich mein Müsli aufgegessen habe, schnappe ich mir mein Heft und schreibe, es liegt bereits bereit. Ebensogut könnte ich die Zeit zum Zeichnen nutzen. Also das Zeichnen direkt an das Frühstück koppeln und dabei meinen Tee austrinken.
Es kann auch ein anderer Alltagsmoment sein: Direkt nach dem Zähneputzen oder nach der Runde mit dem Hund. Oder Momente, in denen wir Leerlauf haben und wir ein Zeitfenster nutzen können: beim Warten an der Bushaltestelle oder im Wartezimmer, in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit. Das sind oft Momente, in denen wir aus Gewohnheit zum Smartphone greifen. Warum also nicht stattdessen zum Skizzenheft?
3) Material vorbereiten
Du hast Lust zu zeichnen und es kribbelt Dir in den Fingern. Aber wenn Du erst lange nach Deinen Zeichensachen suchen muss, dann geht nicht nur die Energie flöten, sondern es verstreicht auch wertvolle Zeit.
Daher ist es gut, ein kleines Mäppchen mit den Utensilien zur Hand zu haben. Am besten mit Material, das Du bereits kennst und weißt, dass Du es auch verwenden wirst. Ideal ist es auch, wenig Material dabei zu haben. Dann braucht man nämlich gar nicht lange übrlegen, auf welchen Stift man grad Lust hat oder welche Farben man aus dem üppig gefüllten Aquarellkasten wählt.
Ein Bleistift reicht meist oder ein vernünftiger Kugelschreiben. Und ein handliches, leichtes Skizzenbuch. Diese Dinge kann man auch gut unterwegs dabei haben. Wer sich eine Alltagssituation wählt für das neue Zeichenritual, kann genau dort auch das dafür zu verwendende Material hinlegen, z.B. an den Frühtstückstisch.
4) Ein Thema wählen
Wenn wir Kunst machen wollen, brauchen wir eine Idee, ein Motiv, ein Thema. Und über ein „Was könnte ich denn mal zeichnen oder malen?“ kann man lange nachdenken und recherchieren.
Daher lohnt es sich, für die kleinen Kreativzeiten ein Thema oder ein bestimmtes Motiv zu wählen. Und das kann sich jeden Tag widerholen. Du könntest jeden Tag einen Apfel zeichnen, das schmutzige Geschirr auf der Spüle wie ein kleines Stilleben oder ein Selbstporträt. Das Thema kann sich auch aus der Routine ergeben, die wir gewählt haben: ich könnte z.B. jeden Morgen meine Müslischale skizzieren oder Menschen in der S-Bahn.
Es darf etwas Banales sein, das sind meist interessantere Motive als etwas Spektakuläres. Für die kleinen Einheiten zwischendurch, wo man oft nicht die Energie hat, sich etwas zu überlegen, ist es eine große Hilfe. Entscheide Dich für ein Thema und probiere es für eine gewisse Zeit aus.
Wenn es Dir zu langweilig ist, jeden Tag das gleiche Thema oder Motiv zu nehmen, dann nutze die Anregungen aus dem artilda Kartenset, ziehe jeden Tag eine Karte und setze die Idee um. Vielleicht ist auch etwas dabei, das Du dann jeden Tag zeichnen möchtest oder es immer wieder abwandelst. Und schon bist Du mittendrin im kreativen Experimentieren.
Das artilda Kartenset beinhaltet 50 Anregungen zum Zeichnen, Malen und Skizzieren,
die Du schon mit wenig Zeiteinsatz umsetzen kannst.
5) Prioritäten setzen
Ganz gleich, wie voll der Tag schon ist und was man noch gerne machen möchte oder machen muss. Es geht auch darum, Prioritäten zu setzen und sich dafür zu entscheiden, Kunst machen zu wollen. Ganz gleich, ob nun in kleinen Dosen, z.B. für tägliche Übungen oder für größere Projekte, die mehr Zeit und auch mehr Raum einnehmen.
Denn neben einem gut gefüllten Alltag, sind da oft auch kleine Zeitdiebe, die klammheimlich unseren Tag verkürzen. Mal kurz auf Instagram gucken und schon ist eine halbe Stunde vergangen. Social Media und Co können durchaus für Kurzweil und Entspannung sorgen. Aber sie bringen uns auch in eine passive Konsumhaltung. Oft ist es dann schwer, den Absprung zu schaffen. Daher ist es wichtig, für sich Prioritäten zu setzen: Ist mir Social Media grad wichtig oder möchte ich 15 Minuten zeichnen? Denn es bedeutet keineswegs, dass Social Media ab jetzt „verboten“ ist. Aber wir haben immer die Wahl. Und die darf auch zugunsten einer wertvollen Kreativzeit fallen.
Fazit
Um Kreativmomente in den Alltag zu integrieren, kombiniere meine Tipps:
- Beginne mit kleinen Zeiteinheiten und kurzen Skizzen.
- Nutze Alltagsroutinen, um dort Momente zum zeichnen und malen anzubinden.
- Entscheide Dich für einfaches Material und ein Thema.
- Und entscheide Dich, Dir mit diesen kleinen Kreativzeiten wertvolle Momente im Alltag zu schaffen.
In Ergänzung kann man sich abseits einer täglichen Routine auch kleine kreative Auszeiten einplanen.
Anfangen ist das wichtigste, um erstmal in Gang zu kommen. So kannst Du sehen, ob Du Dir mehr Zeit im Alltag für die eigene Kunst einräumen möchtest. Oder ob die täglichen 5-Minuten-Skizzen schon beglückend genug sind und Du damit eine Kreativroutine etabliert hast, die Teil Deines Alltags ist. Denn Kunstmachen darf Teil des Lebens sein.
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Ich bin Eva Peters, freie Künstlerin, Kreative und Autorin des Kartensets Sommermalzeit. Und ich möchte Dich mit artilda gerne in Deiner Kreativität und in Deinen Gestaltungsmöglichkeiten ermuntern.
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